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Crèmige Stimmen frech dargeboten Esenser A-Cappella-Ensemble bietet gelungenen „Kwär-Schnitt“ durch zehn Jahre Sangesfreuden
Was aus einer Bierlaune heraus entstand, hat heute Kultstatus: der A-Cappella-Gesang von Crème frech. Von Klaus Händel.
ESENS – 1994 begannen einige junge Männer in einem Wirtshaus am Esenser Marktplatz zu singen. Freitag und Sonnabend lockten sie mit ihren Stimmen über 800 Freunde des A-Cappella-Gesangs in die zweimal ausverkaufte Theodor-Thomas-Halle.
Crème frech – das sind heute Thomas Braje, Oliver Kiesé, Georg Wagner, Peter Gier, Detlef Kiesé und Wolfram Nagel – boten einen „Kwär-Schnitt“ ihrer Sangesfreuden aus zehn Jahren A-Cappella-Gesangs, zwar älter geworden, aber auch reifer und immer noch aus goldenen Kehlen und immer noch frech, so wie die Moderation von Detlef Kiesé, der die Geschichte der ältesten „Boygroup“ Ostfrieslands Revue passieren ließ und humorvoll durch das Programm führte.
Überraschung: Ehemalige Mitglieder der ältesten Boygroup Ostfrieslands treffen auf das aktuelle A-Cappella-Ensemble „Crème frech“ – ein Highlight der Show. Foto: Händel.
Zehn Jahre Crème frech, das bedeutet unzählige Lieder aus den verschiedensten Epochen der Musikgeschichte für die goldenen Stimmen aus Esens neu arrangiert, unzählige Übungsabende und schließlich Auftritte vor einer stetig gewachsenen Fan-Gemeinde.
„Creole Love Call“, ein Klassiker von Duke Ellington aus dem Jahre 1933 stimmt die Zuhörer auf das Programm „Kwär-Schnitt“ ein. Das Lampenfieber der sechs Männer legt sich. Ihre Stimmen stehen im Vordergrund. Der erste donnernde Applaus erschallt. Crème frech hat das Publikum im Griff. Welche Vielfalt das Ensemble zu bieten hat, wird nach dem „Stayin’ Alive“ der Bee Gees – in höchsten Tönen vorgetragen von Oliver Kiesé – und dem Udo-Jürgens-Klassiker „Mit 66 Jahren“, von Georg Wagner plattdeutsch umgetextet in „Sessunsesstig Jahr“ und in tiefer Stimmlage gesungen, deutlich.
Detlef Kiesé als Rocklegende Tina Turner. Foto: Händel.
Zu „California Dreamin“ dürfen die Zuhörer träumen, bevor Detlef Kiesé das Publikum mit dem Titel „Golden Eye“ als rassige Tina Turner verkleidet zum Rasen bringt.
So geht es Schlag auf Schlag, unterstützt von Butler „Joe“, der Sonnenbrillen, Wein und Baguette reicht, wenn es mit dem „Taxi nach Paris“ geht oder das Elvis-Toupet, wenn Peter Gier die traditionelle Bürgerkriegsballade „Love me Tender“ anstimmt. Eine quirlige Bühnenshow gehört von Anfang an zum Gesang von Crème frech, ebenso die ganz alten Klassiker im Stile der Commedian Harmonists wie „Du bist als Kind zu heiß gebadet worden“ aus dem Jahre 1928 sowie die Einbindung des Publikums. Mit dem „Imbiss-Song“, Text und Musik von Crème frech 2006, riss das Sextett sein Publikum regelrecht von den Reihen.
Dr. Wolfram Nagel als Mund -Percussionist. Foto: Händel.
Für harten Kontrast, dafür aber ausgelassene Stimmung, sorgt nach der Pause das Medley von Wolfram Nagel und Oliver Kiesé „It’s Christmastime“. Haben Sie schon mal einen lebenden Tannenbaum gesehen, der Ostereier ins Publikum wirft?
Wieder ruhiger wird es beim „Chanson d’amour“ und dem „River of Dreams“, bevor Georg Wagner mit „Segg mi wennehr“ das letzte Drittel eines perfekt dargebotenen „Kwär-Schnitts“, so auch die gleichnamige CD, aus zehn Jahren A-Cappella mit Crème frech einleitet. Szenenapplaus gibt es für „Wochenend und Sonnenschein“, „Stand by me“ und Thomas Brajes Lieblingsstück „Schöne Isabella von Kastilien“. Als Crème frech zur dritten Zugabe im Bademantel die Bühne betritt, weiß das begeisterte Publikum: die Show ist vorbei. Bürgermeister Klaus Wilbers belohnt das Ensemble mit flüssigem Präsent.
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